Was wir an der ÖH-BOKU ändern möchten (Volle Version) --> download als pdf
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Für eine linke ÖH – Yes, it´s fucking political!

Die ÖH ist für uns ganz klar eine politische Interessensvertretung und kein Spaßverein. Wir sehen es nicht als Aufgabe der ÖH einen Skikurs zu organisieren oder ein Kabarettprogramm zu bezahlen, damit wir zusammen einen netten Abend verbringen können. Wenn jemand jodeln, singen, skifahren, korbflechten oder sich mit Globulis zudröhnen will, dann soll er oder sie das gerne machen. Wir sehen es allerdings nicht ein, dass solche Privatvergnügen von der ÖH gesponsert werden.

  • Die Einrichtung eines fixen Antira- und QueerFem Projekttopfes um antirassistische und feministische (Uni)Politik von Ebene der Lippenbekenntnisse auf jene der politischen Praxis zu heben.
  • Eine aktive und öffentlichkeitswirksame Positionierung zu Antirassismus, Antifaschismus, Feminismus und der Bildungsmisere. Nur weil man über Probleme schweigt verschwinden sie nicht! Weg von „wir wünschen euch einen schönen Sonntag“ hin zu „seht her wie viele Menschen von einem schönen Sonntag nur träumen können!“
  • Für den Erhalt von selbstverwaltete Strukturen und Freiräume , seien sie etabliert wie das TüWi, chaotisch wie das Haus der Studierenden oder mit enger Anbindung an die ÖH wie die Muga-Lounge treten wir kompromisslos ein. Solche Flächen sind nicht verwertbar, uns stehen unter dem permanenten Spardruck der Unis, mehr denn je zur Disposition. TüWi und HdS bleiben!

  • Demokratisierung der ÖH – Alle Macht der Basis!

    Demokratie heißt für uns nicht möglichst viele Menschen dazu zu bewegen alle zwei Jahre ein Kreuzchen zu machen. Ob sich an der ÖH-Wahl 30 oder 40 Prozent beteiligen ist für uns absolut nebensächlich. Anstatt mit teuren Wahlgoodies rumzuwerfen wollen wir Strukturen diskutieren und erarbeiten, die eine radikal-demokratische ÖH-BOKU ermöglichen. Uns geht es nicht darum möglichst viele Menschen, egal wie sie politisch drauf sind, in die „ÖH-Familie“ zu integrieren – vielmehr wollen wir progressive Kräfte fördern, das Bewusstsein von gesellschaftlichen Diskriminierungen auch innerhalb der ÖH fördern und darauf aufbauend folgende Punkte forcieren:

  • Aktive Unterstützung beim Aufbau von unabhängigen Basisgruppen und Unterstützung von vorhandenen progressiven Menschen und Strukturen in allen Studienrichtungen.
  • Einen ehrlichen Umgang mit den sozioökonomischen Rahmenbedingungen der ÖH-Arbeit. Durch die an der ÖH-BOKU weit verbreitete Einstellung, dass man doch stolz auf sein ehrenamtliches Engagement sein soll, werden die Augen vor der studentischen Realität verschlossen. Neben Studium, und Nebenjob noch politisch aktiv zu sein, können sich immer weniger Menschen leisten. Dies führt zu einer Reproduktion jener Menschen auf der ÖH, die einen starken finanziellen Background haben. Insbesondere Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund oder Drittstaatsangehörigen wird es dadurch erschwert an der ÖH teilzuhaben. Dies zeigt sich auch ganz klar an der ÖH-BOKU. In diesem Sinne ist es für uns selbstverständlich den Aufwand für verschiedene Tätigkeiten, etwa Sprechstunden und Journaldienste zu entschädigen um Engagement in der ÖH für für möglichst viele zu ermöglichen.
  • Welche Projekte als ÖH umgesetzt werden darf nicht länger die Entscheidung von einzelnen oder wenigen sein. Zu oft werden wichtige Entscheidungen im zwischen Tür und Angel oder im Vorsitzbüro getroffen. Es braucht ein funktionierendes Gremium (Interref), in dem alle engagierten Mitglieder der ÖH mitbestimmen können. Hierachien in die Tonne treten!
  • Feministische Praxis

    Sexistische Witze, antifeministische Schmierereien oder das ununterbrochene Labern von Mackern, die eh alles besser Wissen, gehören and der (ÖH-)BOKU zum traurigen Alltag. Informationshierachien entlaufen oft entlang der Geschlechtergrenzen: Männerseilschaften schanzen sich zwischen Tür und Angel die neusten Infos zu; auf Planungstreffen sinds dann meistens ebendiese die sich den Raum und Redezeit nehmen weil sie die Infos haben, während vor allem Frauen in ihrer Passitivität gefangen sind. Anstatt zu reflektieren wieso das so ist, findet mann sich mit dem patriachalen Status-Quo ab oder findets sogar ganz gut. Anstatt zu resignieren („Wie sollen wir den Frauen herzaubern, wo es keine gibt?“) sollte sich die ÖH-BOKU eher fragen „Wie können wir das ändern?“. Lili dazu:

  • Keine Toleranz bei sexistischen Aussagen und Diskriminierungen; ob auf Facebook, UV-Sitzungen oder unter Alkoholeinfluss bei der Abendgestaltung von ÖH-Seminaren.
  • Einführung eines Queerfem-Projekttopfes zur dezidierten Förderung von feministischen Projekten und Veranstaltungen und vermehrte Sichtbarmachung des Frauenreferates, feministischen Initiativen und Veranstaltungen an der BOKU. Bewusstseinsbildung und Selbstermächtigung auf ÖH-Seminaren durch Fem-Workshops vorantreiben statt das zehnte mal den Workshop „Verhandlungstechniken“ und „Universitätgesetz“ mit den eigenen Habschgis anzubieten.
  • Klare Entscheidungsstrukturen abseits von Tür und Angel. Ein Interref mit Moderation und Redezeitbegrenzung für labernde Macker.
  • Familiäre Strukturen an der ÖH aufbrechen – für die Emanzipation in allen Windungen

    Die BOKU vertritt seit jeher das Konzept der „ganz anderen Uni“: „Studierende sind bei uns keine Nummer“, tönt es aus Foldern und Broschüren. Alle, die schon in Gremien zur Studienplanerarbeitung mitgewirkt haben wissen, dass unter dem Primat der „Employability“, sprich den Anforderungen des Arbeitsmarktes, das Gerede um Individualität recht schnell unter den Tisch fällt. Vorrangig geht es um unsere Zurichtung als Humankapital des Grünen und somit „besseren“ Kapitalismus. Das Angebot steht: Sei Teil der BOKU Familie! Denn wir sind die Guten.“

  • Ein angenehmes Umfeld auf der ÖH ist sicherlich wichtig. Ein Aufbrechen der ÖH-BOKU Familie mindestens genau so. Wir wissen, dass wir nicht alle aus dem gleichen, menschlichen Teig bestehen, der sich in eine ÖH-BOKU-Familienbackform pressen lässt. Wir engagieren uns auf der ÖH weil wir politische Ziele und Ideale verfolgen, die sicher nicht von allen geteilt werden. Wir sehen in der ÖH keinen Wohlfühlverein sondern durchaus eine Arena in der sich verschiedenste politische Interessen begegnen. In diesem Sinne wollen wir etwa keine gemütlichen Waffelessen organisieren, in denen politische Differenzen mit klebrig-süßer Spachtelmasse kaschiert werden, in denen informell und ohne Konsequenzen geplaudert wird. Vielmehr setzen wir uns für ein Umfeld ein, in dem politischer Diskurs, Partizipation und Aktion einen Nährboden finden. Eine linke ÖH lässt sich nicht verwirklichen, wenn man für das Wohlbefinden der ÖH-BOKU Familie, alle Grundsätze über Bord werfen muss.