Archiv der Kategorie 'öKo-Lili'

Täglich grüßt das Murmeltier

Das ÖH-Wahlspektakel liegt hinter uns. Wie bereits vor zwei Jahren hat es für die öKo-LiLi leider nicht für ein Mandat in der Universitätsvertretung der ÖH-BOKU gereicht. Die Fachschaftsliste gewinnt erneut (5 Mandate), Aktionsgemeinschaft legt zu (4 Mandate), Gras stagniert (2 Mandate). Mit 2,57% scheiterten wir klar an der recht hohen Hürde. Gleichzeitig freuen wir uns aber auch über die zumindest 81 gemachten Stimmen. Ein Zeichen, dass es auch an der BOKU Menschen gibt, die unseren systemüberwindenden Anspruch mittragen und nicht die Augen verschließen vor dem ganzen Scheiß, der tagtäglich rund um uns herum passiert.

Wir stecken den Kopf nicht in den Sand und konzentrieren uns auf unsere Rolle als radikal, linkes Spielbein der ÖH-BOKU und wollen dort intervenieren wo es notwendig ist, unsere Finger dort auflegen, wo es weh tut. Gelegenheit dazu gibt es bereits: Die zwei Drittel Mehrheit von Fachschaftsliste und bagru.gras.boku ist gebrochen. Nur noch bis Ende Juni gibt es also die Möglichkeit die Satzung progressiv, gegen den Willen der Aktionsgemeinschaft umzugestalten. Insbesondere den vorhandenen Initiativen zur Einrichtung eines eigenständigen LesBiSchwulTrans-Referates wollen wir dabei den Rücken stärken!

Die kommenden zwei Jahre wollen wir die „offene ÖH“ nutzen um vor allem inhaltlich zu arbeiten. Insbesondere die kritische Auseinandersetzung mit dem „grünen“ und somit besseren Kapitalismus soll dabei nicht zu kurz kommen. Weil wir immer noch meinen, dass marxistische Theorie besser geeignet ist „die Welt zu retten“ als Fair-Trade und CSR ;)

öKo-LiLi und die Muthgasse

2011 erreichten wir bei den ÖH-Wahlen an der BOKU 113 Stimmen. 25 davon, wurden in der Muthgasse abgegeben. Wenngleich unsere drei Kandidat_innen allesamt UBRM studieren, sehen wir uns auch an der Muthgasse als Angebot an Menschen, die gerne in Systemen denken, aber nicht akzeptieren, dass dieses Denken aufhören soll, wo die Gedanken zu radikaler Kritik werden. Warum sollten also LBTler_innen, KTWWler_innen und sonstige Techniker_innen öKo-LiLi wählen?

Für eine Demokratisierung der ÖH-BOKU von unten!
Wir streben eine verstärkte Einbindung der Studienvertretungen in die Arbeit der ÖH-BOKU an. Wir wollen Studienvertretungen, die unabhängig agieren können und die möglichst viele engagierte Menschen in ihrer Arbeit einbinden. Initiativen wie den LBT Nährboden, die über das „klassische“ Modell der fünf Studienvertreter_innen hinausgehen, finden wir super und wollen wir weiter unterstützen. Dabei setzen wir nicht auf top-down Prozesse sondern versuchen gute Rahmenbedingungen für die Selbstorganisation, abseits von Einmischung und Instrumentalisierung, bereit zu stellen. Dazu zählt auch unser kompromissloser Einsatz für den Erhalt von studi-verwalteten Flächen wie die MuGa-Lounge.

Technik für die Bedürfnisse der Menschen
Wir fördern eine kritische Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, in der wir leben. Hier und heute sterben tausende Menschen, weil sie sich nichts zu essen leisten können und/oder keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser haben. Wir wollen ein System, in dem Brot nicht für jene gebacken wird, die hungrig sind, sondern für jene die es bezahlen, lieber heute als morgen überwinden. Ähnlich verhält es sich mit der Technik. Im Kapitalismus steht nicht der Gebrauchswert eine Ware, also der Nutzen für die Menschen im Vordergrund, sondern der Tauschwert, also die wirtschaftliche Verwertbarkeit. Wir sehen in der technologischen Entwicklung zwar kein Allheilmittel, glauben aber, dass sie mehr als notwendig ist um ein schönes Leben für möglichst viele Menschen auf unserem Planeten zu ermöglichen. Wir wollen Technische Entwicklung und Technologien, die dem Menschen und seinen Bedürfnissen dienen und nicht der Kapitalverwertung! Für die Behandlung ökologischer Krisentendenzen brauchen wir ressourcenschonende Technik und schlussendlich die Überwindung des wachstumsbasierten kapitalistischen Systems! Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen können wir nicht mir nichts dir nichts über den Haufen werfen; wir stehen jedoch für eine ÖH –BOKU die emanzipatorische Technik thematisiert und fördert.

Die Fachschaftsliste und ihre zweifelhafte Einstellung zur Esoterik
Die Fachschaftsliste hat seit zwei Jahren die absolute Mehrheit an der ÖH-BOKU. Für richtungsweisende Entscheidungen und Umsetzung von Projekten ist sie also auf niemanden anderen angewiesen. Kritik und Widerspruch kann seelenruhig übergangen werden. Das Motto der letzten zwei Jahre war dabei „macht was ihr wollt, aber macht was“. Diese komplette inhaltliche Diffusität führte zu manchen Kuriositäten. Eine davon war ein merkbarer Schwerpunkt von Projektförderungen im Bereich der Homöopathie und Esoterik. Zwei Homöopathie-Workshopwochenenden und ein Dragon-Dreaming-Seminar wurden durch gewunken. Kostenpunkt: etwa 4000 Euro.. Jede_r der oder die sich mit Globulis zu dröhnen will, soll das ruhig machen. Als ÖH-Fraktion wollen wir esoterischen Humbug jedoch nicht fördern, sondern zu einer kritischen Auseinandersetzung beitragen. Wir von öKo-LiLi setzen uns für eine progressive und emanzipatorische ÖH ein.

Damit wir in diesem Sinne weiter tätig sein können brauchen wir deine Unterstützung: öKo-LiLi in die Universitätsvertretung wählen!

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öKo-Lili – Extrablatt!

Für alle, dies noch nicht in Händen gehalten haben, gibts unsere Beilage zum KSV-Lili Boulevarblatt nun auch zum virtuellen Durchblättern. Mit dabei sind Artikel zu den Zugangsbeschränkungen in der Landschaftsplanung, Rückblick und Ausblick sowie ein Artikel zum Rassismus unter dem AG-Regenbogen. Viel Spaß beim Lesen.

Erstes offenes Treffen der öKo-Lili

Am Mittwoch den 29.6. findet um 18:00 im Haus der Studierenden (HdS) das erste offene Treffen der öKo-Lili statt. Im Vordergrund soll das gegenseitige Kennenlernen, das Vernetzen und der Austausch von Ideen stehen. Wie können wir an der BOKU und darüber hinaus, systemüberwindende, feministische und emanzipatorische Perspektiven entwickeln und implementieren? Wer kann uns dabei helfen, und vor allem, wie schaffen wir es Spaß daran zu haben?

Erstes offenes Treffen der öKo-Lili!

Wir wollen eine herrschaftsfreie Welt. Ein selbstbestimmtes Leben. So zumindest war die Botschaft, die wir im Wahlkampf verkauft haben. Sind das leere Phrasen? Utopische Träumereien? Keineswegs. Aber in einer Gesellschaft, wo dermaßen vieles, dermaßen beschissen läuft, weiß man ja erst gar nicht wo man anfangen soll. Retten wir die Biodiversität. Die fruchtbaren Böden. Stoppen wir den Klimawandel. Machen wir endlich was gegen den tödlichen Hunger in dieser Welt. Wehren wir uns gegen die Streichung der Familienbeihilfe. Werfen wir endlich die ganzen scheiß Nazis, Sexisten und korrupten Arschlöcher aus dem Parlament. Reißen wir alle Grenzen nieder, an denen täglich Menschen sterben, weil sie die falsche Staatsbürgerschaft haben. Ob ökologische oder soziale Krise – das größte Problem ist das Brett vor den Köpfen der Menschen, auch nur einen Zentimeter über den kapitalistischen Tellerrand „aber das können wir uns ja nicht leisten“ hinaus zu denken. Wir sind der festen Überzeugung, dass eine Gesellschaft, in welcher der Mensch wieder im Mittelpunkt steht nicht nur notwendig, sondern auch möglich ist. Wir nennen diese anstrebenswerte Gesellschaft den Kommunismus.

öKo-Lili versucht all die oben beschriebenen Kämpfe und noch viele mehr im Einsatz für eine emanzipierte Gesellschaft zu vereinen. Und dies ist keine leichte Aufgabe. Der Spagat zwischen radikaler Kritik und realer Politik. Zwischen wegsehen und sich selbst fertig machen. Zwischen irgendwelchen Spinnern die Faschisten mit Liebe umhüllen möchten, Menschen, die glauben durch ihren all morgendlichen Fair-Trade Kaffee die Welt zu retten, und Linken, die absolut keine Ahnung von natürlichen Kreisläufen und der ökologischen Krise haben. Aber wir wollen das schaffen. Wir wollen es zumindest versuchen.

Dies passiert allerdings nicht von alleine. Denn die Tat ist niemals die Folge von Festreden. Und dieser Wahlkampf war eine einzige, lange, regenbogenfarbene Festrede. Aber auch ein Aufruf. Sich zu vernetzen. Nicht alles über einen ergehen zu lassen. Sich fundierte Kritik an herrschenden Verhältnissen anzueignen. Vorzuleben, wie wir es anders, es besser machen könnten. Und deshalb wollen wir uns treffen.

Am 29.6 um 18:00 wird das erste offene Treffen der öKo-Lili in den ehrenwerten, selbstverwalteten Räumlichkeiten des Haus der Studierenden stattfinden.

Für alle interessierten Menschen wollen wir zuerst unsere Grundsätze vorstellen, die wir alle zusammen mittragen sollten. Wir sind eine pluralistische Gruppe, müssen nicht immer einer Meinung sein, haben den Anspruch auch die eigene Gruppe nicht von Kritik auszunehmen. Gewisse Dinge stehen jedoch bei uns außer Frage. Linke Politik ist feministisch. Kapitalismus ist scheiße. Es werden Menschen vom KSV-Lili dabei sein, um euch ein Bild von jenen zu vermitteln, die mit uns unter einer Decke stecken. Aber am wichtigsten ist es uns, uns einfach kennen zu lernen und darüber zu diskutieren, was wir alles gemeinsam anreißen können und wo wir uns gegenseitig unterstützen können.

Liebe Grüße